Alle Beiträge von Torsten Wunderlich

Baumscheibenpate: Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars

Wollten Sie schon einmal die Baumscheibe vor Ihrem Haus oder Laden bepflanzen, weil der Anblick von Müll und Hundescheiße Ihr positives Lebensgefühl empfindlich stört  ? Einfach etwas Blumenerde, ein Zäunchen aus dem Baummarkt und ein paar Tulpenzwiebeln besorgen und los geht`s ? Vergessen Sie`s !

In Prenzlauer Berg wurden Baumscheiben-Rodungstrupps  losgeschickt, weil sich die Baumscheiben-Gärtner nicht registriert hatten. Denn das ist Pflicht! Der engagierte Bürger muss die Nummer des Ziel-Baumes notieren – diese steht auf einem Schildchen am Stamm – und sich dann als Pate der dazugehörigen Baumscheibe beim Straßen- und Grünflächenamt per Mail melden.

Aber das ist natürlich noch nicht alles! Es gibt eine wunderbare Baumscheiben-Bepflanzungsordnung, – z.B. für Tempelhof-Schöneberg, aber NATÜRLICH sind diese Anforderungen nicht in jedem Bezirk gleich, – also bezirksspezifische Baumscheibenanforderungen zur Unterstützung der Bürger ! Besonders toll dabei: Nimmt der engagierte Bürger die Ordnungshinweise seiner Verwaltung ernst, kommt bei weitem nicht jede Baumscheibe für eine Bepflanzung in Frage … Sie müssen also evtl. gar nicht erst anfangen.

Ich will Sie unbedingt motivieren Baumscheibenpate zu werden, – aber: Halten Sie die Amtsvorgaben unbedingt ein, um nicht das demotivierende Erlebnis einer unangekündigten Rodung erleben zu müssen … und liebe Grüße von Reinhard Mey soll ich ausrichten!

Fußlümmelei: Tempelhof, Wiege des Deutschen Fußballs

Ja klar, das klingt berlinerisch unbescheiden! Aber Berlin ist auf jedem Zentimeter so prall mit Geschichte angefüllt, nein überfüllt, dass natürlich untergegangen ist, wie das Tempelhofer Feld erste (Versuchs-) Flächen für den Fußball in Deutschland bot. Vielleicht auch, weil Tempelhof erst seit 1920 zu Berlin gehört. Von der zunächst geschmähten „Fußlümmelei“ erfolgte auf dem Tempelhofer Feld der Impuls zum Volkssport.

„Am 29. April 1905 ist Kronprinz Wilhelm von Preußen bei der Partie zwischen BFC Germania 1888 und Civil Service London zu Gast auf dem Germania-Sportplatz am südlichen Rand des Tempelhofer Feldes. Der Thronfolger zeigt bereits seit längerem Interesse am Sport und ist begeistert. Der erste Besuch eines Mitglieds der kaiserlichen Familie bei einem Fußballspiel sorgt für große öffentliche Aufmerksamkeit und zieht eine breite gesellschaftliche Anerkennung des Mannschaftssports nach sich. Wilhelm von Preußen stiftet in verschiedenen Sportarten Pokale und verspricht sich davon das Ansehen einer modernen Monarchie. Der Kronprinzenpokal wird im Fußball ab 1908 von Länder-Auswahlmannschaften ausgespielt und ist neben der Meisterschaft lange Zeit der wichtigste Wettbewerb im deutschen Fußball. Sein Engagement bedeutet einen enormen Aufschwung für den Sport in Deutschland, da sich in der Folge auch das Militär für Fußball interessiert und das Spiel in die Grundausbildung der Rekruten aufnimmt, wo es große Verbreitung findet.“ Fußball Route Berlin

Der älteste noch existierende Fußballverein Deutschlands, der BFC Germania 1888, in der Kreuzbergstr. gegründet, bestritt auf dem Tempelhofer Feld die ersten Spiele. Nachdem ab etwa 1870 an verschiedenen Orten in Deutschland erste Fußball-Mannschaften entstanden waren, verlief die weitere Entwicklung zunächst langsam und sporadisch. Erst als um das Jahr 1890 vor allem in Berlin ein regelrechter Gründungs-Boom einsetzt, ermöglichen die zunehmend stabilen Vereine einen regelmäßigen Wettspielbetrieb. Anfänglich existierten auf dem Tempelhofer Feld keine festen Sportanlagen, sondern es wurden auf den großen Freiflächen nach Belieben Spielfelder markiert. Für 1912 sind 32 Spielfelder bekannt, die in der Sommerpause per Los verteilt wurden. 1924 wurde an der Ostseite des Tempelhofer Damms ein Sportplatz errichtet, der vom BFC Preussen genutzt wurde. Er bot bis zu 40.000 Zuschauern Platz und war seinerzeit eine der wichtigsten Berliner Fußball-Spielstätten.

Und die Tempelhofer vom Berliner Thorball- und Fußball-Club Viktoria von 1889 (BTuFC Viktoria 89) dominierten die Anfangszeit im Gründungsboom und wurde dreimal(!) Deutscher Meister: 1894 (inoffiziell), 1908 und 1911. Ein Tempelhofer Verein dreimal Deutscher Fußballmeister ? Natürlich will ich an dieser Stelle unbedingt erwähnen, dass mein Vater mich Anfang der Siebziger bei der C-Jugend von Viktoria 89 angemeldet hat, – erinnere mich an abgetragene, hellblaue Baumwoll-Trikots, die von den Müttern gewaschen und repariert wurden. Damals hat uns die Meisterschaften keiner vermittelt, – hätte mich zusätzlich motiviert, das Spiel hat mich aber ohnehin nie losgelassen : -)

 

Wohnungseinbrüche im Kiez

Bei unserem Mitgliedertreff am 22.12. hörte ich von einigen Wohnungseinbrüchen im Kiez, die ich zuvor nicht wahrgenommen hatte. Zum Beispiel einen Einbruch beim Friseur in der Boelckestr. (gegenüber von der Kita), aber auch in Häuser der Gartenstadt. Entsprechend habe ich mir die Zahlen angesehen und kann es kaum glauben (registrierte Wohnungseinbrüche in DE):
einbrueche
Weil die Kriminellen wissen, dass die Polizei aus technischen und rechtlichen Gründen einen mangelhaften Datenaustausch pflegt, sowohl zwischen den Bundesländern, als auch zwischen den EU-Mitgliedern, kann eine gute Taktik dazu führen, nur durch Zufall überführt werden zu können. Unter anderem die Georgische Banden haben sich darauf spezialisiert und nutzen zu Verschleierung ihrer Taten auch das Asylrecht.

Der Zyniker würde sagen:  So ist das halt, – die Kriminellen nutzen „Erfassungslücken“, bevor die Polizei diese mühsam schließen kann. Aber auch dieses Thema übt erheblichen Druck auf unsere offenen Grenzen aus und hat damit auch eine europapolitische Dimension.  DAS ERSTE hat zur administrativen Hilflosigkeit eine desillusionierende Dokumentation gedreht, die noch im Netz verfügbar ist. Empfehlenswert, aber es geht einem danach natürlich nicht besser …

Liebe Nachbarn, – welche Erfahrungen habt ihr gemacht ? Kann das Parkring-Netzwerk helfen, aufmerksamer zu beobachten bzw. einen „Nachbarschaftsschutz“ zu aktivieren ? Oder geht es um übertriebene Ängste einer zunehmend verängstigten Bevölkerung ?

P.S. Empfehlen möchte ich noch einen Cicero-Kommentar zum „Wort des Jahres“: „Postfaktisch“ ist ein wenig dienlicher Begriff, – habt Ihr vermutlich auch schon geahnt ; -)

Parkring-Habicht

Intro: „Die Besiedlung urbaner Habitate durch Habichte ist ein relativ neues Phänomen, bis Ende der 1960er Jahre gab es entsprechende Beobachtungen nur sporadisch. Die urbanen Populationen sind bisher auf Europa beschränkt, zurzeit sind derartige Populationen aus Berlin, Köln, Saarbrücken, Hamburg und Kiew bekannt. Interessant ist: Eine der höchsten Siedlungsdichten von Habichten weltweit befindet sich im Stadtgebiet Berlins mit etwa 100 Brutpaaren.“

http://www.baumloewe.de/vogel-des-jahres-2015-der-habicht-accipter-gentilis

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Neulich bei der Gartenarbeit.

Ein nicht sehr scheuer Nachbar kam schlagartig zum Picknick in die Wiesenerstr. und blieb über eine Stunde beim eingängigen Mahl.

Wer den jungen Burschen (Codename: F80) oder einen nahen Verwandten zu Gesicht bekommt und den Farbring erkennt, darf ihn bei „habicht-berlin.de“ melden. Die Lobbyisten freuen sich sehr und geben dann Auskunft über den bisherigen Werdegang. Dieser Habicht entstammt einem Horst im Viktoriapark/Kreuzberg und wurde auch schon auf dem Tempelhofer Feld erkannt.

Beste Grüße von Ekki

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Bild: Roland Schiffter

Öffentliche Haftungsbegrenzung

Weil die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist und/oder Reparaturen nicht mehr wirtschaftlich zu erbringen sind, werden in Berlin entsprechende Objekte oder Areale mit Zäunen abgesperrt. Einleuchtend: Bevor ein Bezirk in die Haftung gerät, weil sich z. B. jemand verletzt hat, verhindert eine Umzäunung den Schadenseintritt. Hoffentlich. Manchmal werden aber die Zäune selbst zu gefährlichen Objekten, – das dann aber außerhalb der öffentlichen Haftung. Das sich ergebende Bild ist ein trauriges und auch bitteres Signal: Der Staat kann hier nicht mehr handeln, nur noch den Schaden begrenzen. Die öffentliche Zurschaustellung von staatlicher Hilflosigkeit – in diesen Zeiten besonders ungut.

Warum nicht auf Anrainer bzw. Kiezvereine zugehen und nach gemeinsamen Lösungen suchen, wo es sich anbietet bzw. möglich erscheint ? Crowdfunding, Stiftungen adressieren, oder alternative Finanzierungsformen ? Vermutlich, weil es dafür keinen geregelten Verwaltungsprozess gibt und somit -z. B. von einem engagierten Stadtrat- leider nicht auf den Weg gebracht werden kann. Dann offenbar lieber der gepflegte Verfall, der im Vorbeigehen die Zweifel an staatlicher Planungs- und Reaktionsfähigkeit motiviert. Es wäre viel möglich, aber wir schaffen statt dessen Mahnmale von Verwaltungsmängeln, mit deren Unabänderlichkeit wir uns offenbar abgefunden haben.

Noch absurder erscheinen mir nur die Verbotsschilder, die zig mal übermalt von einer Zeit künden, in der offenbar eine vollzugsfähige Verwaltung bestanden haben muss bzw. mehr möglich war, als öffentliche Haftungsbegrenzung. Wir brauchen dringend deutlich flexiblere Verwaltungsprozesse und Public-private-Partnership bzw. Crowdfunding, um uns als Gemeinschaft stark zu zeigen und dem Verfall unser Engagement entgegen stellen zu können. Ich werde den neuen Stadtrat in Tempelhof-Schöneberg darauf ansprechen.

Fotos: Ballspielplatz am Bundesring.

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Parkbankspende de Luxe

Eine Parkbank für den Heimatkiez zu spenden, hat gute Tradition. Hat mein Opa schon getan. Natürlich kann der Spender hierzulande keinen eigenen Bankentwurf an einer beliebigen Stelle realisieren, sondern nur vorgegebene Modelle an amtlich-definierten Standorten. Und es braucht Kontakt zum zuständigen Amt, um so ein Sitzmöbel zu spenden. München berechnet dem Spender 500€ für eine Parkbank, die Liste der möglichen Standorte ist online und der standardisierte Beantragungsprozess ist digital anstoßbar. In unserem Parkring bzw. Tempelhof-Schöneberg zu Berlin kostet die Parkbankspende in der unten abgebildeten Variante 1190€ und es waren etliche, analoge und nicht standardisierte Kommunikationsprozesse über Monate nötig. Vermutlich sind die Münchner Spenderbänke ja nicht so toll, wie die hölzerne Schönheit unten, aber wichtig -weil förderlich- wäre unabhängig vom Preis/Modell die digitale Information, um gezielt und lokal spenden zu können. Und natürlich sollten zwei Klicks die Spende auf den Weg bringen können. In Berlin ist leider zu erwarten, dass jeder Bezirk irgendwann(!) ein eigenes Portal dazu entwickelt, das dann in etwa 20 Jahren mit den anderen Bezirken aufwendig synchronisiert werden muss. Eine privat finanzierte Rundbank um den Baum vor der Apotheke M.v.R/Schulenburgring wurde uns zuletzt übrigens abgelehnt, weil die Stadtreinigung und der Baumbeschnitt beeinträchtigt werden könnten…

Aber ich will keine schlechte Laune verbreiten, – ganz im Gegenteil: Ein Parkring-Mitglied hat den lokalen Parcours geduldig absolviert und das „rote Schätzchen“ anbei in eine historisch verbriefte Parkbanknische setzen lassen: Wir freuen uns SEHR über die Aufenthaltsaufwertung an der Ecke M.v.R./Rumeyplan! Großartiges Vorbild auch für weitere Kiezmöbelaufwertungen zur allgemeinen Lebensqualitäterhöhung : -)

http://parkringneutempelhof.de/spenden

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Neutempelhof hat gewählt

zunächst ein Blick auf das „ehrliche Ergebnis“ für janz Berlin:ehrliches-ergebnis

https://www.welt.de/politik/deutschland/article158235988/Sehen-Sie-hier-das-ehrliche-Wahlergebnis-von-Berlin.html

Hier läßt sich am besten ablesen, was die Wahl-Analytiker meinen, wenn sie vom „Ende der Volksparteien“ sprechen: Die Grenzen zwischen sozialen Milieus lösen sich auf, es reicht nicht mehr für eine „große Koalition“ und die Stimmen von rechts dienen aktuell eher linken Optionen. Es dürfte anstrengend werden, wenn sich zukünftig drei Koalitionspartner in der selben Regierung profilieren müssen. Gelingt ein Rot-rot-grünes Projekt, ist dies ein Signal für die Bundestagswahl im kommenden Jahr und gelingt es nicht, natürlich auch. Die Berlin-Karte zeigt Interessantes:

Westliche Außenbezirke: CDU
Östliche Außenbezirke: AfD
Westliche Vorstadt: SPD
Östliche Vorstand: LINKE
„Gentrifiziergsschwerpunkte“ City: GRÜNE

http://wahl.tagesspiegel.de

Neutempelhof/Wahlkreise, – eine „Rot-Grün-Verteilung“ neutempelhof

http://wahl.tagesspiegel.de

Bleiben wir in dem oben skizzierten Bild, befinden wir uns in Neutempelhof an der Grenze von „grüner Mitte“ und „roter Vorstadt“, wobei es der SPD geholfen haben dürfte, dass der Regierende hier seinen Wahlkreis hat. Das Ergebnis in Tempelhof-Schöneberg sorgt dafür, dass nur SPD, CDU und GRÜNE die Bezirks-Stadträte stellen werden (… die wichtige Ansprechpartner des Parkring e.V. sind):

bvv

https://www.wahlen-berlin.de/wahlen/be2016/afspraes/bvv/uebersicht_listenwahl_bezirk-07-tempelhof-schneberg_gesamt.html

Wer in Tempelhof-Schöneberg welche Stadtrats-Position bekommt, wird erst in ein paar Wochen/Monaten klar sein. Wir planen derweil schon unser „Vorstellungsgespräch“ bei dem neuen Ansprechpartner für unsere Grün- und Infrastrukturthemen im Kiez…