Alle Beiträge von Torsten Wunderlich

Bundestagswahl 2017 in Neu-Tempelhof / Parkring

Die Ergebnisse für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg (etwa 180.000 gültige Stimmen): Groß die Kleinen, klein die Großen.

Volksentscheid TXL, – mehr „Ja“ als in Jesamtberlin (56/41):

Neu-Tempelhof nach Platz 1 bei den Zweitstimmen:

Neu-Tempelhof ist aufgeteilt in vier Wahlkreise und hat Anteile an weiteren drei Wahlkreisen. Die Ergebnisse unterscheiden sich z.T. deutlich:

a) Wahlkreis 401 (PlaDeLu – Boelckestr.)

b) Wahlkreis 402 (anteilig: Te-Damm-Columbiadamm)

c) Wahlkreis 403 (Gartenstadt)

d) Wahlkreis 404 (Gartenstadt – Te-Damm)

e) Wahlkreis 405 (anteilig: Gontermann – Hoeppnerstr.)

f) Wahlkreis 215 (anteilig: Loewenhardtdamm – Papestr.)

g) Wahlkreis 216 (Boelckestr. – Badener-Ring)

Wir sind ein politisch sehr buntes Völkchen hier in Neu-Tempelhof (geworden) ! Linke-AfD-FDP haben viele Punkte gemacht, die Grünen stabil. Dagegen hohe Verluste für SPD/CDU, – es wird jetzt etwas spannender bei den Balkendiagrammen …

Dazu der Berliner Tagesspiegel: Fliegerviertel in Berlin-Tempelhof – Michael Müllers Nachbarn strafen SPD ab

„Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.“  Sagt George Bernard Shaw

Geschichtslücken auf Tempelritter-Niveau

>>>>Breaking News<<<< Die Tempelhofer Tempelritter wollten keine Johanniter werden! Wer sich zu ihren Bedenken im frühen 14. Jahrhundert äußern kann, möge dies bitte in der Kommentarspalte tun 🙂

https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Tempelhof#Geschichte

„Die Dörfer Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Rixdorf sind von den Tempelrittern gegründet worden, was sich allerdings nur aus Rückschlüssen ergibt. Entsprechende Urkunden gibt es nicht. Bekanntermaßen hat Papst Clemens V. den Templerorden 1312 aufgehoben und dessen Besitz dem Johanniterorden übertragen. Offenbar haben die Tempelhofer Ritter zunächst Widerstand geleistet und waren daher zunächst einem Prokurator des Markgrafen Waldemar unterstellt worden; erst 1318 wurde die Übergabe an die Johanniter rechtlich vollzogen. Für 1344 wird erstmals ein johannitischer Komtur mit ausdrücklichem Bezug auf Tempelhof genannt: Burchard von Arenholz als „commendator in Tempelhoff“.

(…) Da das Dorf 1290 Tempelhof genannt wurde und sich 1435 mit seinen Nachbardörfern im Besitz der Johanniter befand, die 1318 allgemein den Templerbesitz in der Mark Brandenburg übernommen haben, geht die Forschung einhellig davon aus, dass dieser Siedlungskomplex eine Gründung der Tempelritter ist. (…) Im Jahr 1435 verkauften die Johanniter Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Rixdorf an die Stadt Berlin.“

Kleine Nachtmusik: Salty Dogs

… die Salty Dogs swingen jetzt schon 61 (!) Jahre, – BandleaderPapa Henschel“ ist Jahrgang 1929, – Louis Armstrong traf er einst in Schöneberg. Für die Kleine Nachmusik des Parkring e.V. spielte er gestern, –  sehr viele waren dabei und auch die Bezirksbürgermeisterin kam, um die Salty Dogs zu hören. Janz wundervoller Abend : -)

Die Kleine Nachtmusik bietet noch zwei Chancen in 2017: Am 01.09. und 06.10. – hier geht`s zu unserem Kalender.

Video: Nachbar Hans-Georg Flack

 

St. Judas Thaddäus bäumt sich auf

… die unter Denkmalschutz stehende Kirche aus dem Jahre 1958 wird als bedroht eingestuft. Die katholische Gemeinde Tempelhof entstand übrigens 1878 mit Unterstützung durch Kaiserin Augusta. Im Zusammenhang mit den notwendigen Sparmaßnahmen des Berliner Erzbistums wurde die Pfarrei per Dekret vom
1. Juli 2004 aufgehoben. Nun wurde aber der Turm saniert und die Eingänge neu  beschlagen. Wer investiert dort wohl … ??

Baumscheibenpate: Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars

Wollten Sie schon einmal die Baumscheibe vor Ihrem Haus oder Laden bepflanzen, weil der Anblick von Müll und Hundescheiße Ihr positives Lebensgefühl empfindlich stört  ? Einfach etwas Blumenerde, ein Zäunchen aus dem Baummarkt und ein paar Tulpenzwiebeln besorgen und los geht`s ? Vergessen Sie`s !

In Prenzlauer Berg wurden Baumscheiben-Rodungstrupps  losgeschickt, weil sich die Baumscheiben-Gärtner nicht registriert hatten. Denn das ist Pflicht! Der engagierte Bürger muss die Nummer des Ziel-Baumes notieren – diese steht auf einem Schildchen am Stamm – und sich dann als Pate der dazugehörigen Baumscheibe beim Straßen- und Grünflächenamt per Mail melden.

Aber das ist natürlich noch nicht alles! Es gibt eine wunderbare Baumscheiben-Bepflanzungsordnung, – z.B. für Tempelhof-Schöneberg, aber NATÜRLICH sind diese Anforderungen nicht in jedem Bezirk gleich, – also bezirksspezifische Baumscheibenanforderungen zur Unterstützung der Bürger ! Besonders toll dabei: Nimmt der engagierte Bürger die Ordnungshinweise seiner Verwaltung ernst, kommt bei weitem nicht jede Baumscheibe für eine Bepflanzung in Frage … Sie müssen also evtl. gar nicht erst anfangen.

Ich will Sie unbedingt motivieren Baumscheibenpate zu werden, – aber: Halten Sie die Amtsvorgaben unbedingt ein, um nicht das demotivierende Erlebnis einer unangekündigten Rodung erleben zu müssen … und liebe Grüße von Reinhard Mey soll ich ausrichten!

Fußlümmelei: Tempelhof, Wiege des Deutschen Fußballs

Ja klar, das klingt berlinerisch unbescheiden! Aber Berlin ist auf jedem Zentimeter so prall mit Geschichte angefüllt, nein überfüllt, dass natürlich untergegangen ist, wie das Tempelhofer Feld erste (Versuchs-) Flächen für den Fußball in Deutschland bot. Vielleicht auch, weil Tempelhof erst seit 1920 zu Berlin gehört. Von der zunächst geschmähten „Fußlümmelei“ erfolgte auf dem Tempelhofer Feld der Impuls zum Volkssport.

„Am 29. April 1905 ist Kronprinz Wilhelm von Preußen bei der Partie zwischen BFC Germania 1888 und Civil Service London zu Gast auf dem Germania-Sportplatz am südlichen Rand des Tempelhofer Feldes. Der Thronfolger zeigt bereits seit längerem Interesse am Sport und ist begeistert. Der erste Besuch eines Mitglieds der kaiserlichen Familie bei einem Fußballspiel sorgt für große öffentliche Aufmerksamkeit und zieht eine breite gesellschaftliche Anerkennung des Mannschaftssports nach sich. Wilhelm von Preußen stiftet in verschiedenen Sportarten Pokale und verspricht sich davon das Ansehen einer modernen Monarchie. Der Kronprinzenpokal wird im Fußball ab 1908 von Länder-Auswahlmannschaften ausgespielt und ist neben der Meisterschaft lange Zeit der wichtigste Wettbewerb im deutschen Fußball. Sein Engagement bedeutet einen enormen Aufschwung für den Sport in Deutschland, da sich in der Folge auch das Militär für Fußball interessiert und das Spiel in die Grundausbildung der Rekruten aufnimmt, wo es große Verbreitung findet.“ Fußball Route Berlin

Der älteste noch existierende Fußballverein Deutschlands, der BFC Germania 1888, in der Kreuzbergstr. gegründet, bestritt auf dem Tempelhofer Feld die ersten Spiele. Nachdem ab etwa 1870 an verschiedenen Orten in Deutschland erste Fußball-Mannschaften entstanden waren, verlief die weitere Entwicklung zunächst langsam und sporadisch. Erst als um das Jahr 1890 vor allem in Berlin ein regelrechter Gründungs-Boom einsetzt, ermöglichen die zunehmend stabilen Vereine einen regelmäßigen Wettspielbetrieb. Anfänglich existierten auf dem Tempelhofer Feld keine festen Sportanlagen, sondern es wurden auf den großen Freiflächen nach Belieben Spielfelder markiert. Für 1912 sind 32 Spielfelder bekannt, die in der Sommerpause per Los verteilt wurden. 1924 wurde an der Ostseite des Tempelhofer Damms ein Sportplatz errichtet, der vom BFC Preussen genutzt wurde. Er bot bis zu 40.000 Zuschauern Platz und war seinerzeit eine der wichtigsten Berliner Fußball-Spielstätten.

Und die Tempelhofer vom Berliner Thorball- und Fußball-Club Viktoria von 1889 (BTuFC Viktoria 89) dominierten die Anfangszeit im Gründungsboom und wurde dreimal(!) Deutscher Meister: 1894 (inoffiziell), 1908 und 1911. Ein Tempelhofer Verein dreimal Deutscher Fußballmeister ? Natürlich will ich an dieser Stelle unbedingt erwähnen, dass mein Vater mich Anfang der Siebziger bei der C-Jugend von Viktoria 89 angemeldet hat, – erinnere mich an abgetragene, hellblaue Baumwoll-Trikots, die von den Müttern gewaschen und repariert wurden. Damals hat uns die Meisterschaften keiner vermittelt, – hätte mich zusätzlich motiviert, das Spiel hat mich aber ohnehin nie losgelassen : -)

 

Wohnungseinbrüche im Kiez

Bei unserem Mitgliedertreff am 22.12. hörte ich von einigen Wohnungseinbrüchen im Kiez, die ich zuvor nicht wahrgenommen hatte. Zum Beispiel einen Einbruch beim Friseur in der Boelckestr. (gegenüber von der Kita), aber auch in Häuser der Gartenstadt. Entsprechend habe ich mir die Zahlen angesehen und kann es kaum glauben (registrierte Wohnungseinbrüche in DE):
einbrueche
Weil die Kriminellen wissen, dass die Polizei aus technischen und rechtlichen Gründen einen mangelhaften Datenaustausch pflegt, sowohl zwischen den Bundesländern, als auch zwischen den EU-Mitgliedern, kann eine gute Taktik dazu führen, nur durch Zufall überführt werden zu können. Unter anderem die Georgische Banden haben sich darauf spezialisiert und nutzen zu Verschleierung ihrer Taten auch das Asylrecht.

Der Zyniker würde sagen:  So ist das halt, – die Kriminellen nutzen „Erfassungslücken“, bevor die Polizei diese mühsam schließen kann. Aber auch dieses Thema übt erheblichen Druck auf unsere offenen Grenzen aus und hat damit auch eine europapolitische Dimension.  DAS ERSTE hat zur administrativen Hilflosigkeit eine desillusionierende Dokumentation gedreht, die noch im Netz verfügbar ist. Empfehlenswert, aber es geht einem danach natürlich nicht besser …

Liebe Nachbarn, – welche Erfahrungen habt ihr gemacht ? Kann das Parkring-Netzwerk helfen, aufmerksamer zu beobachten bzw. einen „Nachbarschaftsschutz“ zu aktivieren ? Oder geht es um übertriebene Ängste einer zunehmend verängstigten Bevölkerung ?

P.S. Empfehlen möchte ich noch einen Cicero-Kommentar zum „Wort des Jahres“: „Postfaktisch“ ist ein wenig dienlicher Begriff, – habt Ihr vermutlich auch schon geahnt ; -)

Parkring-Habicht

Intro: „Die Besiedlung urbaner Habitate durch Habichte ist ein relativ neues Phänomen, bis Ende der 1960er Jahre gab es entsprechende Beobachtungen nur sporadisch. Die urbanen Populationen sind bisher auf Europa beschränkt, zurzeit sind derartige Populationen aus Berlin, Köln, Saarbrücken, Hamburg und Kiew bekannt. Interessant ist: Eine der höchsten Siedlungsdichten von Habichten weltweit befindet sich im Stadtgebiet Berlins mit etwa 100 Brutpaaren.“

http://www.baumloewe.de/vogel-des-jahres-2015-der-habicht-accipter-gentilis

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Neulich bei der Gartenarbeit.

Ein nicht sehr scheuer Nachbar kam schlagartig zum Picknick in die Wiesenerstr. und blieb über eine Stunde beim eingängigen Mahl.

Wer den jungen Burschen (Codename: F80) oder einen nahen Verwandten zu Gesicht bekommt und den Farbring erkennt, darf ihn bei „habicht-berlin.de“ melden. Die Lobbyisten freuen sich sehr und geben dann Auskunft über den bisherigen Werdegang. Dieser Habicht entstammt einem Horst im Viktoriapark/Kreuzberg und wurde auch schon auf dem Tempelhofer Feld erkannt.

Beste Grüße von Ekki

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Bild: Roland Schiffter

Öffentliche Haftungsbegrenzung

Weil die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist und/oder Reparaturen nicht mehr wirtschaftlich zu erbringen sind, werden in Berlin entsprechende Objekte oder Areale mit Zäunen abgesperrt. Einleuchtend: Bevor ein Bezirk in die Haftung gerät, weil sich z. B. jemand verletzt hat, verhindert eine Umzäunung den Schadenseintritt. Hoffentlich. Manchmal werden aber die Zäune selbst zu gefährlichen Objekten, – das dann aber außerhalb der öffentlichen Haftung. Das sich ergebende Bild ist ein trauriges und auch bitteres Signal: Der Staat kann hier nicht mehr handeln, nur noch den Schaden begrenzen. Die öffentliche Zurschaustellung von staatlicher Hilflosigkeit – in diesen Zeiten besonders ungut.

Warum nicht auf Anrainer bzw. Kiezvereine zugehen und nach gemeinsamen Lösungen suchen, wo es sich anbietet bzw. möglich erscheint ? Crowdfunding, Stiftungen adressieren, oder alternative Finanzierungsformen ? Vermutlich, weil es dafür keinen geregelten Verwaltungsprozess gibt und somit -z. B. von einem engagierten Stadtrat- leider nicht auf den Weg gebracht werden kann. Dann offenbar lieber der gepflegte Verfall, der im Vorbeigehen die Zweifel an staatlicher Planungs- und Reaktionsfähigkeit motiviert. Es wäre viel möglich, aber wir schaffen statt dessen Mahnmale von Verwaltungsmängeln, mit deren Unabänderlichkeit wir uns offenbar abgefunden haben.

Noch absurder erscheinen mir nur die Verbotsschilder, die zig mal übermalt von einer Zeit künden, in der offenbar eine vollzugsfähige Verwaltung bestanden haben muss bzw. mehr möglich war, als öffentliche Haftungsbegrenzung. Wir brauchen dringend deutlich flexiblere Verwaltungsprozesse und Public-private-Partnership bzw. Crowdfunding, um uns als Gemeinschaft stark zu zeigen und dem Verfall unser Engagement entgegen stellen zu können. Ich werde den neuen Stadtrat in Tempelhof-Schöneberg darauf ansprechen.

Fotos: Ballspielplatz am Bundesring.

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