Alle Beiträge von Torsten Wunderlich

Ordnungsamt-Online: Meldungen aus Neutempelhof

Das Onlineangebot der Berliner Verwaltung kommt nicht gut an, schreibt der Tagesspiegel. Ich weiß nicht, wie die Zahlen für „Ordnungsamt-Online“ aussehen, aber so sehen aktuell Meldungen für Neutempelhof aus:

App „Ordnungsamt-Online“ für PLZ 12101

Angenommen werden Meldungen zu den Bereichen  Straßen-Grünanlagen-Lärm-Müllablagerungen – das sind aus meiner Sicht wenig plausible  Kategorien, aber immerhin!

Als ich bei einem Osterspaziergang die ersten drei Meldungen über mein Handy ans Ordnungsamt geschickt habe, mit unguter Befindlichkeit:  Das „Blockwartgefühl“ ist ein äußerst unangenehmes, aber bereits nach drei Tagen hatte ich wie zum Trost für alle drei Meldungen eine Rückmeldung per Mail erhalten:

Zu Ihrer Meldung gibt es eine Statusänderung. Status: In Bearbeitung (gelb)

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Diesen haben wir an unser Straßen- und Grünflächenamt  Fachbereich Grünflächen  weitergeleitet. Die Prüfung wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Wir bitten deshalb um Geduld.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Ordnungsamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Nun ist „in Bearbeitung“ (gelb) noch lange nicht „erledigt“ (grün) und die grünen Meldungen sind klar in der Unterzahl, aber hier wirkt einfach der (Bürger-) Schwarm: Meldet immer nur der Parkring e.V. an das Amt, entsteht dort die Haltung  „ach die vom Parkring e.V. wieder, – wollen ihre schöne Ecke noch schöner haben“. Melden aber die Nachbarn aus dem Kiez, ziehen solche Schubladen nicht, – es muß reagiert werden. Digitaler Bürger-Schwarm und Kiezvereine können sich projektbezogen unterstützen. Darum meine Bitte an den geneigten Nachbarn:  Macht Meldung !
Das geht im Netz auch Mobil (App).  Was ich zuletzt gemeldet habe ? So sieht der Kynastteich derzeit aus:

Bin gespannt, was das genau heißt:  „Die Prüfung wird einige Zeit in Anspruch nehmen“.
Wochen, Monate,  – oder Jahre ? Wenn wir es nicht versuchen, werden wir es nicht erfahren. Ist die Kiezkarte voller gelber „In-Bearbeitung-Meldungen“, verbessert sich u.U. auch die Argumentationsbasis für Vereinsthemen. Wir sollten die Online-Angebote nutzen, um unsere Kiezthemen zu fördern. Wird bald kaum noch anders gehen. Ach ja, – und üben wir -wie empfohlen- zunächst Geduld. tw

 

 

Werner-Voß-Damm: städtebauliche Entwicklung am Südkreuz

Jahrzehntelang war der Standort der Berliner Wasserwerke am Werner-Voß-Damm ideal, – es war eine Art von städtebaulicher Sackgasse, die vor dem Bau des Fernbahnhofes am Südkreuz nur den unmittelbaren Nachbarn bekannt war. Nun hat sich die Welt gewandelt, – Berlin braucht dringend Wohnungsbau, die Stadt wächst heftig und beständig, überall werden die Baulücken geschlossen. Heute bietet das Grundstück der Wasserwerke, bisher „für Servicekräfte für Wartungs- und Reparaturarbeiten“ genutzt,  eine optimale Verkehrsanbindung und ist auch deshalb als Stadtwohnlage hoch interessant. Dazu wäre an der Stelle ein städtebaulicher Akzent wünschenswert, der einen Übergang vom Bahnhof Südkreuz zu den Siedlungen an der Gontermannstr, dem Werner-Voß-Damm und dem alten Kasernengeländer an der General-Pape-Str. schafft, – das wäre hier der Auftrag der Architektur. Sogar eine „Hochhaus“ wäre vorstellbar, wenn es die städtebaulichen Anforderungen erfüllen kann. Aber natürlich wollen die Wasserwerke dort nicht weg und so macht die SPD Tempelhof-Schöneberg in der Sache mobil (Link zur Pressemeldung).

Wir wollen auf diese Diskussion hiermit aufmerksam machen. Der Parkring e.V. ist und bleibt parteipolitisch neutral, der Vorstand behält es sich aber vor, auf Pressemeldungen jener Parteien zu verlinken, die in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg vertreten sind, wenn Themen des Neutempelhofer Kiezes politisch adressiert werden.

Wir freuen uns auf Eure Meinung in der Sache !

Bundestagswahl 2017 in Neu-Tempelhof / Parkring

Die Ergebnisse für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg (etwa 180.000 gültige Stimmen): Groß die Kleinen, klein die Großen.

Volksentscheid TXL, – mehr „Ja“ als in Jesamtberlin (56/41):

Neu-Tempelhof nach Platz 1 bei den Zweitstimmen:

Neu-Tempelhof ist aufgeteilt in vier Wahlkreise und hat Anteile an weiteren drei Wahlkreisen. Die Ergebnisse unterscheiden sich z.T. deutlich:

a) Wahlkreis 401 (PlaDeLu – Boelckestr.)

b) Wahlkreis 402 (anteilig: Te-Damm-Columbiadamm)

c) Wahlkreis 403 (Gartenstadt)

d) Wahlkreis 404 (Gartenstadt – Te-Damm)

e) Wahlkreis 405 (anteilig: Gontermann – Hoeppnerstr.)

f) Wahlkreis 215 (anteilig: Loewenhardtdamm – Papestr.)

g) Wahlkreis 216 (Boelckestr. – Badener-Ring)

Wir sind ein politisch sehr buntes Völkchen hier in Neu-Tempelhof (geworden) ! Linke-AfD-FDP haben viele Punkte gemacht, die Grünen stabil. Dagegen hohe Verluste für SPD/CDU, – es wird jetzt etwas spannender bei den Balkendiagrammen …

Dazu der Berliner Tagesspiegel: Fliegerviertel in Berlin-Tempelhof – Michael Müllers Nachbarn strafen SPD ab

„Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.“  Sagt George Bernard Shaw

Geschichtslücken auf Tempelritter-Niveau

>>>>Breaking News<<<< Die Tempelhofer Tempelritter wollten keine Johanniter werden! Wer sich zu ihren Bedenken im frühen 14. Jahrhundert äußern kann, möge dies bitte in der Kommentarspalte tun 🙂

https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Tempelhof#Geschichte

„Die Dörfer Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Rixdorf sind von den Tempelrittern gegründet worden, was sich allerdings nur aus Rückschlüssen ergibt. Entsprechende Urkunden gibt es nicht. Bekanntermaßen hat Papst Clemens V. den Templerorden 1312 aufgehoben und dessen Besitz dem Johanniterorden übertragen. Offenbar haben die Tempelhofer Ritter zunächst Widerstand geleistet und waren daher zunächst einem Prokurator des Markgrafen Waldemar unterstellt worden; erst 1318 wurde die Übergabe an die Johanniter rechtlich vollzogen. Für 1344 wird erstmals ein johannitischer Komtur mit ausdrücklichem Bezug auf Tempelhof genannt: Burchard von Arenholz als „commendator in Tempelhoff“.

(…) Da das Dorf 1290 Tempelhof genannt wurde und sich 1435 mit seinen Nachbardörfern im Besitz der Johanniter befand, die 1318 allgemein den Templerbesitz in der Mark Brandenburg übernommen haben, geht die Forschung einhellig davon aus, dass dieser Siedlungskomplex eine Gründung der Tempelritter ist. (…) Im Jahr 1435 verkauften die Johanniter Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Rixdorf an die Stadt Berlin.“

Kleine Nachtmusik: Salty Dogs

… die Salty Dogs swingen jetzt schon 61 (!) Jahre, – BandleaderPapa Henschel“ ist Jahrgang 1929, – Louis Armstrong traf er einst in Schöneberg. Für die Kleine Nachmusik des Parkring e.V. spielte er gestern, –  sehr viele waren dabei und auch die Bezirksbürgermeisterin kam, um die Salty Dogs zu hören. Janz wundervoller Abend : -)

Die Kleine Nachtmusik bietet noch zwei Chancen in 2017: Am 01.09. und 06.10. – hier geht`s zu unserem Kalender.

Video: Nachbar Hans-Georg Flack

 

St. Judas Thaddäus bäumt sich auf

… die unter Denkmalschutz stehende Kirche aus dem Jahre 1958 wird als bedroht eingestuft. Die katholische Gemeinde Tempelhof entstand übrigens 1878 mit Unterstützung durch Kaiserin Augusta. Im Zusammenhang mit den notwendigen Sparmaßnahmen des Berliner Erzbistums wurde die Pfarrei per Dekret vom
1. Juli 2004 aufgehoben. Nun wurde aber der Turm saniert und die Eingänge neu  beschlagen. Wer investiert dort wohl … ??

Baumscheibenpate: Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars

Wollten Sie schon einmal die Baumscheibe vor Ihrem Haus oder Laden bepflanzen, weil der Anblick von Müll und Hundescheiße Ihr positives Lebensgefühl empfindlich stört  ? Einfach etwas Blumenerde, ein Zäunchen aus dem Baummarkt und ein paar Tulpenzwiebeln besorgen und los geht`s ? Vergessen Sie`s !

In Prenzlauer Berg wurden Baumscheiben-Rodungstrupps  losgeschickt, weil sich die Baumscheiben-Gärtner nicht registriert hatten. Denn das ist Pflicht! Der engagierte Bürger muss die Nummer des Ziel-Baumes notieren – diese steht auf einem Schildchen am Stamm – und sich dann als Pate der dazugehörigen Baumscheibe beim Straßen- und Grünflächenamt per Mail melden.

Aber das ist natürlich noch nicht alles! Es gibt eine wunderbare Baumscheiben-Bepflanzungsordnung, – z.B. für Tempelhof-Schöneberg, aber NATÜRLICH sind diese Anforderungen nicht in jedem Bezirk gleich, – also bezirksspezifische Baumscheibenanforderungen zur Unterstützung der Bürger ! Besonders toll dabei: Nimmt der engagierte Bürger die Ordnungshinweise seiner Verwaltung ernst, kommt bei weitem nicht jede Baumscheibe für eine Bepflanzung in Frage … Sie müssen also evtl. gar nicht erst anfangen.

Ich will Sie unbedingt motivieren Baumscheibenpate zu werden, – aber: Halten Sie die Amtsvorgaben unbedingt ein, um nicht das demotivierende Erlebnis einer unangekündigten Rodung erleben zu müssen … und liebe Grüße von Reinhard Mey soll ich ausrichten!

Fußlümmelei: Tempelhof, Wiege des Deutschen Fußballs

Ja klar, das klingt berlinerisch unbescheiden! Aber Berlin ist auf jedem Zentimeter so prall mit Geschichte angefüllt, nein überfüllt, dass natürlich untergegangen ist, wie das Tempelhofer Feld erste (Versuchs-) Flächen für den Fußball in Deutschland bot. Vielleicht auch, weil Tempelhof erst seit 1920 zu Berlin gehört. Von der zunächst geschmähten „Fußlümmelei“ erfolgte auf dem Tempelhofer Feld der Impuls zum Volkssport.

„Am 29. April 1905 ist Kronprinz Wilhelm von Preußen bei der Partie zwischen BFC Germania 1888 und Civil Service London zu Gast auf dem Germania-Sportplatz am südlichen Rand des Tempelhofer Feldes. Der Thronfolger zeigt bereits seit längerem Interesse am Sport und ist begeistert. Der erste Besuch eines Mitglieds der kaiserlichen Familie bei einem Fußballspiel sorgt für große öffentliche Aufmerksamkeit und zieht eine breite gesellschaftliche Anerkennung des Mannschaftssports nach sich. Wilhelm von Preußen stiftet in verschiedenen Sportarten Pokale und verspricht sich davon das Ansehen einer modernen Monarchie. Der Kronprinzenpokal wird im Fußball ab 1908 von Länder-Auswahlmannschaften ausgespielt und ist neben der Meisterschaft lange Zeit der wichtigste Wettbewerb im deutschen Fußball. Sein Engagement bedeutet einen enormen Aufschwung für den Sport in Deutschland, da sich in der Folge auch das Militär für Fußball interessiert und das Spiel in die Grundausbildung der Rekruten aufnimmt, wo es große Verbreitung findet.“ Fußball Route Berlin

Der älteste noch existierende Fußballverein Deutschlands, der BFC Germania 1888, in der Kreuzbergstr. gegründet, bestritt auf dem Tempelhofer Feld die ersten Spiele. Nachdem ab etwa 1870 an verschiedenen Orten in Deutschland erste Fußball-Mannschaften entstanden waren, verlief die weitere Entwicklung zunächst langsam und sporadisch. Erst als um das Jahr 1890 vor allem in Berlin ein regelrechter Gründungs-Boom einsetzt, ermöglichen die zunehmend stabilen Vereine einen regelmäßigen Wettspielbetrieb. Anfänglich existierten auf dem Tempelhofer Feld keine festen Sportanlagen, sondern es wurden auf den großen Freiflächen nach Belieben Spielfelder markiert. Für 1912 sind 32 Spielfelder bekannt, die in der Sommerpause per Los verteilt wurden. 1924 wurde an der Ostseite des Tempelhofer Damms ein Sportplatz errichtet, der vom BFC Preussen genutzt wurde. Er bot bis zu 40.000 Zuschauern Platz und war seinerzeit eine der wichtigsten Berliner Fußball-Spielstätten.

Und die Tempelhofer vom Berliner Thorball- und Fußball-Club Viktoria von 1889 (BTuFC Viktoria 89) dominierten die Anfangszeit im Gründungsboom und wurde dreimal(!) Deutscher Meister: 1894 (inoffiziell), 1908 und 1911. Ein Tempelhofer Verein dreimal Deutscher Fußballmeister ? Natürlich will ich an dieser Stelle unbedingt erwähnen, dass mein Vater mich Anfang der Siebziger bei der C-Jugend von Viktoria 89 angemeldet hat, – erinnere mich an abgetragene, hellblaue Baumwoll-Trikots, die von den Müttern gewaschen und repariert wurden. Damals hat uns die Meisterschaften keiner vermittelt, – hätte mich zusätzlich motiviert, das Spiel hat mich aber ohnehin nie losgelassen : -)

 

Wohnungseinbrüche im Kiez

Bei unserem Mitgliedertreff am 22.12. hörte ich von einigen Wohnungseinbrüchen im Kiez, die ich zuvor nicht wahrgenommen hatte. Zum Beispiel einen Einbruch beim Friseur in der Boelckestr. (gegenüber von der Kita), aber auch in Häuser der Gartenstadt. Entsprechend habe ich mir die Zahlen angesehen und kann es kaum glauben (registrierte Wohnungseinbrüche in DE):
einbrueche
Weil die Kriminellen wissen, dass die Polizei aus technischen und rechtlichen Gründen einen mangelhaften Datenaustausch pflegt, sowohl zwischen den Bundesländern, als auch zwischen den EU-Mitgliedern, kann eine gute Taktik dazu führen, nur durch Zufall überführt werden zu können. Unter anderem die Georgische Banden haben sich darauf spezialisiert und nutzen zu Verschleierung ihrer Taten auch das Asylrecht.

Der Zyniker würde sagen:  So ist das halt, – die Kriminellen nutzen „Erfassungslücken“, bevor die Polizei diese mühsam schließen kann. Aber auch dieses Thema übt erheblichen Druck auf unsere offenen Grenzen aus und hat damit auch eine europapolitische Dimension.  DAS ERSTE hat zur administrativen Hilflosigkeit eine desillusionierende Dokumentation gedreht, die noch im Netz verfügbar ist. Empfehlenswert, aber es geht einem danach natürlich nicht besser …

Liebe Nachbarn, – welche Erfahrungen habt ihr gemacht ? Kann das Parkring-Netzwerk helfen, aufmerksamer zu beobachten bzw. einen „Nachbarschaftsschutz“ zu aktivieren ? Oder geht es um übertriebene Ängste einer zunehmend verängstigten Bevölkerung ?

P.S. Empfehlen möchte ich noch einen Cicero-Kommentar zum „Wort des Jahres“: „Postfaktisch“ ist ein wenig dienlicher Begriff, – habt Ihr vermutlich auch schon geahnt ; -)