Archiv der Kategorie: Allgemein

Fahrradspuren und Zebrastreifen für die Boelckestraße

In der Boelckestraße scheint es in Sachen Fahrradfreundlichkeit endlich voran zu gehen: Die SPD-Fraktion in der BVV meldet, dass erste Planungsschritte durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beauftragt wurden. Laut einer Nachricht von Staatssekretär Christian Gaebler soll es von der Katzbachstraße kommend zunächst bis zum Werner-Voß-Damm pro Richtung eine Fahrradspur zu Lasten jeweils einer Richtungsfahrbahn für Autos geben. Positiver Nebeneffekt dabei wäre, dass in Höhe Badener Ring (Gemeindehaus, Kirche und Kita) sowie Hugo-Gaudig- und Tempelherrenschule dann Zebrastreifen eingerichtet werden können (die bei mehrspurigen Straßen nicht möglich sind). Zwischen Werner-Voß-Damm und Boelcketunnel gestaltet sich die Situation schwieriger weil hier aufgrund der höheren Verkehrsbelastung pro Richtung zwei Spuren für Autos verbleiben müssen. Der anstehende Fahrrad-Volksentscheid dürfte ein Anreiz sein, hier schnell zu einer Lösung zu gelangen. Vielleicht kann ja die gerade am Mehringdamm entstandene Lösung eine Inspiration für die Planer sein.

kritz

Keine Durchfahrt in der Gartenstadt

Mehrere Varianten wurden ausprobiert, um den Schleichverkehr, der den Tempelhofer Damm mit seinem Dauerstau umfährt, aus den kleinen Seitenstraßen der Gartenstadt zu verdrängen. Weitgehend wirkungslos blieb die ursprüngliche “Anlieger frei”-Regelung, die sich schließlich auch kaum überprüfen ließ. Umgestellt wurde 2011 dann auf die Tempo-10-Zone, was allerdings nicht selten überschritten wurde. Ein im Verkehrsrecht bewandeter Anwohner widersprach der Anordnung aus formalen Gründen und bekam Recht: Die Tempo-10-Zone musste wieder aufgehoben werden. Seit Sommer diesen Jahres nun besteht das System gegenläufiger Einbahnstraßen, das  ein Durchfahren der Gartenstadt erheblich erschwert. Anfänglich wurden auch dagegen Stimmen laut. Leider etwas verspätet wurden diese Einbahnstraßen dann für den Radverkehr jeweils in der Gegenrichtung frei gegeben. Seit dem sind überwiegend positive Rückmeldungen zu vernehmen, insbesondere von Eltern, die bislang Angst um ihre Kinder haben mussten, wenn diese draußen spielen. Ende gut – alles gut? Zumindest vorläufg erscheint es so…

kritz

Parkring-Habicht

Intro: “Die Besiedlung urbaner Habitate durch Habichte ist ein relativ neues Phänomen, bis Ende der 1960er Jahre gab es entsprechende Beobachtungen nur sporadisch. Die urbanen Populationen sind bisher auf Europa beschränkt, zurzeit sind derartige Populationen aus Berlin, Köln, Saarbrücken, Hamburg und Kiew bekannt. Interessant ist: Eine der höchsten Siedlungsdichten von Habichten weltweit befindet sich im Stadtgebiet Berlins mit etwa 100 Brutpaaren.”

http://www.baumloewe.de/vogel-des-jahres-2015-der-habicht-accipter-gentilis

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Neulich bei der Gartenarbeit.

Ein nicht sehr scheuer Nachbar kam schlagartig zum Picknick in die Wiesenerstr. und blieb über eine Stunde beim eingängigen Mahl.

Wer den jungen Burschen (Codename: F80) oder einen nahen Verwandten zu Gesicht bekommt und den Farbring erkennt, darf ihn bei “habicht-berlin.de” melden. Die Lobbyisten freuen sich sehr und geben dann Auskunft über den bisherigen Werdegang. Dieser Habicht entstammt einem Horst im Viktoriapark/Kreuzberg und wurde auch schon auf dem Tempelhofer Feld erkannt.

Beste Grüße von Ekki

habicht-okt-16-029

Bild: Roland Schiffter

Öffentliche Haftungsbegrenzung

Weil die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist und/oder Reparaturen nicht mehr wirtschaftlich zu erbringen sind, werden in Berlin entsprechende Objekte oder Areale mit Zäunen abgesperrt. Einleuchtend: Bevor ein Bezirk in die Haftung gerät, weil sich z. B. jemand verletzt hat, verhindert eine Umzäunung den Schadenseintritt. Hoffentlich. Manchmal werden aber die Zäune selbst zu gefährlichen Objekten, – das dann aber außerhalb der öffentlichen Haftung. Das sich ergebende Bild ist ein trauriges und auch bitteres Signal: Der Staat kann hier nicht mehr handeln, nur noch den Schaden begrenzen. Die öffentliche Zurschaustellung von staatlicher Hilflosigkeit – in diesen Zeiten besonders ungut.

Warum nicht auf Anrainer bzw. Kiezvereine zugehen und nach gemeinsamen Lösungen suchen, wo es sich anbietet bzw. möglich erscheint ? Crowdfunding, Stiftungen adressieren, oder alternative Finanzierungsformen ? Vermutlich, weil es dafür keinen geregelten Verwaltungsprozess gibt und somit -z. B. von einem engagierten Stadtrat- leider nicht auf den Weg gebracht werden kann. Dann offenbar lieber der gepflegte Verfall, der im Vorbeigehen die Zweifel an staatlicher Planungs- und Reaktionsfähigkeit motiviert. Es wäre viel möglich, aber wir schaffen statt dessen Mahnmale von Verwaltungsmängeln, mit deren Unabänderlichkeit wir uns offenbar abgefunden haben.

Noch absurder erscheinen mir nur die Verbotsschilder, die zig mal übermalt von einer Zeit künden, in der offenbar eine vollzugsfähige Verwaltung bestanden haben muss bzw. mehr möglich war, als öffentliche Haftungsbegrenzung. Wir brauchen dringend deutlich flexiblere Verwaltungsprozesse und Public-private-Partnership bzw. Crowdfunding, um uns als Gemeinschaft stark zu zeigen und dem Verfall unser Engagement entgegen stellen zu können. Ich werde den neuen Stadtrat in Tempelhof-Schöneberg darauf ansprechen.

Fotos: Ballspielplatz am Bundesring.

wp_20161030_14_05_24_prowp_20161030_14_05_39_pro

Parkbankspende de Luxe

Eine Parkbank für den Heimatkiez zu spenden, hat gute Tradition. Hat mein Opa schon getan. Natürlich kann der Spender hierzulande keinen eigenen Bankentwurf an einer beliebigen Stelle realisieren, sondern nur vorgegebene Modelle an amtlich-definierten Standorten. Und es braucht Kontakt zum zuständigen Amt, um so ein Sitzmöbel zu spenden. München berechnet dem Spender 500€ für eine Parkbank, die Liste der möglichen Standorte ist online und der standardisierte Beantragungsprozess ist digital anstoßbar. In unserem Parkring bzw. Tempelhof-Schöneberg zu Berlin kostet die Parkbankspende in der unten abgebildeten Variante 1190€ und es waren etliche, analoge und nicht standardisierte Kommunikationsprozesse über Monate nötig. Vermutlich sind die Münchner Spenderbänke ja nicht so toll, wie die hölzerne Schönheit unten, aber wichtig -weil förderlich- wäre unabhängig vom Preis/Modell die digitale Information, um gezielt und lokal spenden zu können. Und natürlich sollten zwei Klicks die Spende auf den Weg bringen können. In Berlin ist leider zu erwarten, dass jeder Bezirk irgendwann(!) ein eigenes Portal dazu entwickelt, das dann in etwa 20 Jahren mit den anderen Bezirken aufwendig synchronisiert werden muss. Eine privat finanzierte Rundbank um den Baum vor der Apotheke M.v.R/Schulenburgring wurde uns zuletzt übrigens abgelehnt, weil die Stadtreinigung und der Baumbeschnitt beeinträchtigt werden könnten…

Aber ich will keine schlechte Laune verbreiten, – ganz im Gegenteil: Ein Parkring-Mitglied hat den lokalen Parcours geduldig absolviert und das „rote Schätzchen“ anbei in eine historisch verbriefte Parkbanknische setzen lassen: Wir freuen uns SEHR über die Aufenthaltsaufwertung an der Ecke M.v.R./Rumeyplan! Großartiges Vorbild auch für weitere Kiezmöbelaufwertungen zur allgemeinen Lebensqualitäterhöhung : -)

http://parkringneutempelhof.de/spenden

parbankspende_i-kopiebankspende_mvr-ru_rf

Kastanien-Miniermotten auf dem Rückzug – Keine Laubaktion in 2016

Der Parkring e.V. hat in den letzten 10 Jahren jeweils im Oktober oder November im Rahmen einer Nachbarn- und Mitglieder-Aktion das abgefallene Laub der Kastanien am Bundesring gefegt und entsorgt. In den Blättern befanden sich die Larven der Kastanien-Miniermotte. Diese legt ihre Larven in den Sommermonaten in dem Laub ab, wodurch die Blätter stark geschwächt werden und – bisher – sehr frühzeitig abfielen, was widerum die Lebensfähigkeit der Bäume insgesamt bedrohte. Im abgefallenen Laub überstand die Brut den Winter, konnte im Frühjahr schlüpfen und dem frischen Laub des Folgejahres in noch größerem Umfang zusetzen. Mit den Aktionen zur Beseitigung des Laubes konnte dieser Kreislauf zumindest abgeschwächt werden und den Kastanien im wahrsten Sinne “Luft” verschafft werden.

Am Bundesring zeigen sich die Kastanien in diesem Jahr nun erstaunlich gesund. Auch in anderen Teilen der Stadt bestätigt sich dieses Bild. Biologen führen die Stabilisierung darauf zurück, dass sich natürliche Feinde entwickelt haben, wie etwa die Schlupfwespe (die Ihre Eier in den Larven ablegt, sodass sich die schlüpfenden Nachkommen zunächst von der Larve ernähren) oder Vögeln, die in den Larven eine leicht verfügbare und willkommene Nahrung entdeckt haben.

Die Aktionen des Parkring e.V. am Bundesring haben den Bäumen in den vergangenen 10 Jahren einigen Stress erspart und sicherlich manche Pflanze auch gerettet. Nun aber sieht der Verein das Laubfegen als glücklicherweise entbehrlich an.

Der Verein dankt allen, die sich engagiert eingebracht haben!

kritz

Tagebau in der MvR?

Nur ein Jahr nach der Sanierung wird derzeit die Manfred-von-Richthofen-Straße zwischen Werner-Voß-Damm und Schreiberring in Fahrtrichtung Nord wieder komplett aufgerissen und erneut saniert. Außerdem wird der Werner-Voß-Damm in gleicher Fahrtrichtung saniert. Letzteres war dringend erforderlich, denn in den vergangenen Jahren hatte es dort nur noch Flickwerk gegeben, was insbesondere Radfahrer und BVG-Fahrgäste hart zu spüren bekamen. In der Richthofen-Straße ist der erneute Einsatz der Straßenbauer jedoch damit zu erklären, dass im letzten Jahr Fehler gemacht wurden und die Fahrbahn schon ab dem Frühjahr absackte. Nun werden die Fehler behoben. Bleibt zu hoffen, dass die ausführende Firma zur Rechenschaft gezogen werden konnte und nicht der Steuerzahler einspringen muss. Aus dem Bezirksamt ist dazu wenig Erhellendes zu hören.

kritz

Neutempelhof hat gewählt

zunächst ein Blick auf das „ehrliche Ergebnis“ für janz Berlin:ehrliches-ergebnis

https://www.welt.de/politik/deutschland/article158235988/Sehen-Sie-hier-das-ehrliche-Wahlergebnis-von-Berlin.html

Hier läßt sich am besten ablesen, was die Wahl-Analytiker meinen, wenn sie vom „Ende der Volksparteien“ sprechen: Die Grenzen zwischen sozialen Milieus lösen sich auf, es reicht nicht mehr für eine “große Koalition” und die Stimmen von rechts dienen aktuell eher linken Optionen. Es dürfte anstrengend werden, wenn sich zukünftig drei Koalitionspartner in der selben Regierung profilieren müssen. Gelingt ein Rot-rot-grünes Projekt, ist dies ein Signal für die Bundestagswahl im kommenden Jahr und gelingt es nicht, natürlich auch. Die Berlin-Karte zeigt Interessantes:

Westliche Außenbezirke: CDU
Östliche Außenbezirke: AfD
Westliche Vorstadt: SPD
Östliche Vorstand: LINKE
„Gentrifiziergsschwerpunkte“ City: GRÜNE

http://wahl.tagesspiegel.de

Neutempelhof/Wahlkreise, – eine „Rot-Grün-Verteilung“ neutempelhof

http://wahl.tagesspiegel.de

Bleiben wir in dem oben skizzierten Bild, befinden wir uns in Neutempelhof an der Grenze von „grüner Mitte“ und „roter Vorstadt“, wobei es der SPD geholfen haben dürfte, dass der Regierende hier seinen Wahlkreis hat. Das Ergebnis in Tempelhof-Schöneberg sorgt dafür, dass nur SPD, CDU und GRÜNE die Bezirks-Stadträte stellen werden (… die wichtige Ansprechpartner des Parkring e.V. sind):

bvv

https://www.wahlen-berlin.de/wahlen/be2016/afspraes/bvv/uebersicht_listenwahl_bezirk-07-tempelhof-schneberg_gesamt.html

Wer in Tempelhof-Schöneberg welche Stadtrats-Position bekommt, wird erst in ein paar Wochen/Monaten klar sein. Wir planen derweil schon unser „Vorstellungsgespräch“ bei dem neuen Ansprechpartner für unsere Grün- und Infrastrukturthemen im Kiez…