Archiv der Kategorie: Allgemein

Baumscheibenpate: Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars

Wollten Sie schon einmal die Baumscheibe vor Ihrem Haus oder Laden bepflanzen, weil der Anblick von Müll und Hundescheiße Ihr positives Lebensgefühl empfindlich stört  ? Einfach etwas Blumenerde, ein Zäunchen aus dem Baummarkt und ein paar Tulpenzwiebeln besorgen und los geht`s ? Vergessen Sie`s !

In Prenzlauer Berg wurden Baumscheiben-Rodungstrupps  losgeschickt, weil sich die Baumscheiben-Gärtner nicht registriert hatten. Denn das ist Pflicht! Der engagierte Bürger muss die Nummer des Ziel-Baumes notieren – diese steht auf einem Schildchen am Stamm – und sich dann als Pate der dazugehörigen Baumscheibe beim Straßen- und Grünflächenamt per Mail melden.

Aber das ist natürlich noch nicht alles! Es gibt eine wunderbare Baumscheiben-Bepflanzungsordnung, – z.B. für Tempelhof-Schöneberg, aber NATÜRLICH sind diese Anforderungen nicht in jedem Bezirk gleich, – also bezirksspezifische Baumscheibenanforderungen zur Unterstützung der Bürger ! Besonders toll dabei: Nimmt der engagierte Bürger die Ordnungshinweise seiner Verwaltung ernst, kommt bei weitem nicht jede Baumscheibe für eine Bepflanzung in Frage … Sie müssen also evtl. gar nicht erst anfangen.

Ich will Sie unbedingt motivieren Baumscheibenpate zu werden, – aber: Halten Sie die Amtsvorgaben unbedingt ein, um nicht das demotivierende Erlebnis einer unangekündigten Rodung erleben zu müssen … und liebe Grüße von Reinhard Mey soll ich ausrichten!

Denkmal Bahnhof Tempelhof

Den BVV-Verordneten wurde am 8. Februar durch die Verwaltung mitgeteilt, dass der Bahnhof Tempelhof nun als Baudenkaml in die Berliner Dekmalliste eingetragen ist. Vorausgegangen war ein entsprechender Beschluss der BVV. Ende der 1920er-Jahre wurden dort erstmals die Netze der Berliner S-Bahn und der U-Bahn über ein gemeinsames Zugangsbauwerk miteinander verbunden. Der vom “Berliner U-Bahn-Architekten” Alfred Grenander gestaltete Bahnhof galt damals somit als kleine Sensation und ist bis heute ein Architekturklassiker. Bleibt zu hoffen, dass der verwahrloste Vorplatz auf der Neu-tempelhofer Seite nun auch dem Denkmal würdig gestaltet wird.

kritz

Lärmschutz am Innenring

Die Deutsche Bahn bereitet laut einem Bericht des “Tagesspiegel” vom 2. Februar die Elektrifizierung des sogenannten “Güter-Innenrings” vor. Damit werden auf der Bahnlinie, die zwischen Westend und Neukölln parallel zu Ringbahn und A100 verläuft, nun Lärmschutzmaßnahmen erforderlich. Betroffen ist auch Neu-Tempelhof, das erheblich unter dem Lärmeintrag von Süden her leidet.

“Dieser Lärmschutz darf kein Stückwerk bleiben sondern es muss insbesondere auch an der A100 durch den Bund endlich freiwillig Schallschutz nachgerüstet und eine integrierte Lösung unter Berücksichtigung aller Lärmquellen geschaffen werden”, meint die SPD-Fraktion in der BVV und hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Nur so könne in der völlig durchlärmten Verkehrsschneise überhaupt eine für die Anwohner merkliche Verbesserung erzielt werden.  Abzuwarten bleibt nun, ob das Vorhaben in der BVV Gegenliebe der anderen Fraktionen findet und ob sich die neuen Senatsmitglieder und das Bundesverkehrsministerium dieser Sichtweise anschließen.

kritz

 

Fußlümmelei: Tempelhof, Wiege des Deutschen Fußballs

Ja klar, das klingt berlinerisch unbescheiden! Aber Berlin ist auf jedem Zentimeter so prall mit Geschichte angefüllt, nein überfüllt, dass natürlich untergegangen ist, wie das Tempelhofer Feld erste (Versuchs-) Flächen für den Fußball in Deutschland bot. Vielleicht auch, weil Tempelhof erst seit 1920 zu Berlin gehört. Von der zunächst geschmähten „Fußlümmelei“ erfolgte auf dem Tempelhofer Feld der Impuls zum Volkssport.

„Am 29. April 1905 ist Kronprinz Wilhelm von Preußen bei der Partie zwischen BFC Germania 1888 und Civil Service London zu Gast auf dem Germania-Sportplatz am südlichen Rand des Tempelhofer Feldes. Der Thronfolger zeigt bereits seit längerem Interesse am Sport und ist begeistert. Der erste Besuch eines Mitglieds der kaiserlichen Familie bei einem Fußballspiel sorgt für große öffentliche Aufmerksamkeit und zieht eine breite gesellschaftliche Anerkennung des Mannschaftssports nach sich. Wilhelm von Preußen stiftet in verschiedenen Sportarten Pokale und verspricht sich davon das Ansehen einer modernen Monarchie. Der Kronprinzenpokal wird im Fußball ab 1908 von Länder-Auswahlmannschaften ausgespielt und ist neben der Meisterschaft lange Zeit der wichtigste Wettbewerb im deutschen Fußball. Sein Engagement bedeutet einen enormen Aufschwung für den Sport in Deutschland, da sich in der Folge auch das Militär für Fußball interessiert und das Spiel in die Grundausbildung der Rekruten aufnimmt, wo es große Verbreitung findet.“ Fußball Route Berlin

Der älteste noch existierende Fußballverein Deutschlands, der BFC Germania 1888, in der Kreuzbergstr. gegründet, bestritt auf dem Tempelhofer Feld die ersten Spiele. Nachdem ab etwa 1870 an verschiedenen Orten in Deutschland erste Fußball-Mannschaften entstanden waren, verlief die weitere Entwicklung zunächst langsam und sporadisch. Erst als um das Jahr 1890 vor allem in Berlin ein regelrechter Gründungs-Boom einsetzt, ermöglichen die zunehmend stabilen Vereine einen regelmäßigen Wettspielbetrieb. Anfänglich existierten auf dem Tempelhofer Feld keine festen Sportanlagen, sondern es wurden auf den großen Freiflächen nach Belieben Spielfelder markiert. Für 1912 sind 32 Spielfelder bekannt, die in der Sommerpause per Los verteilt wurden. 1924 wurde an der Ostseite des Tempelhofer Damms ein Sportplatz errichtet, der vom BFC Preussen genutzt wurde. Er bot bis zu 40.000 Zuschauern Platz und war seinerzeit eine der wichtigsten Berliner Fußball-Spielstätten.

Und die Tempelhofer vom Berliner Thorball- und Fußball-Club Viktoria von 1889 (BTuFC Viktoria 89) dominierten die Anfangszeit im Gründungsboom und wurde dreimal(!) Deutscher Meister: 1894 (inoffiziell), 1908 und 1911. Ein Tempelhofer Verein dreimal Deutscher Fußballmeister ? Natürlich will ich an dieser Stelle unbedingt erwähnen, dass mein Vater mich Anfang der Siebziger bei der C-Jugend von Viktoria 89 angemeldet hat, – erinnere mich an abgetragene, hellblaue Baumwoll-Trikots, die von den Müttern gewaschen und repariert wurden. Damals hat uns die Meisterschaften keiner vermittelt, – hätte mich zusätzlich motiviert, das Spiel hat mich aber ohnehin nie losgelassen : -)

 

Platz-Wunde geheilt

Die kleinen Mauerpfeiler an den Treppen des Adolf-Scheidt-Platzes  sind wichtiger Teil des Gartendenkmals. Seit mehreren Jahren fehlte die obere Abdeckung des im Bild linken Pfeilers an der Paradestraße und fand sich bei Pflegearbeiten schließlich zerbrochen im Gebüsch – Reparatur nicht möglich. In den verbliebenen Pfeiler drohte Regenwasser einzudringen, was dann bei Frost zum Zerbrechen des Mauerwerks geführt hätte. Das bezirkliche Grünflächenamt meldete vorab “keine Geld”. Auf Initiative eines Mitglieds wurde die Platte nun aus Mitteln des Vereins und einer Spende erneuert – es bietet sich wieder das ursprüngliche Bild. Ein herzlicher Dank an die Beteiligten!
kritz

Wohnungseinbrüche im Kiez

Bei unserem Mitgliedertreff am 22.12. hörte ich von einigen Wohnungseinbrüchen im Kiez, die ich zuvor nicht wahrgenommen hatte. Zum Beispiel einen Einbruch beim Friseur in der Boelckestr. (gegenüber von der Kita), aber auch in Häuser der Gartenstadt. Entsprechend habe ich mir die Zahlen angesehen und kann es kaum glauben (registrierte Wohnungseinbrüche in DE):
einbrueche
Weil die Kriminellen wissen, dass die Polizei aus technischen und rechtlichen Gründen einen mangelhaften Datenaustausch pflegt, sowohl zwischen den Bundesländern, als auch zwischen den EU-Mitgliedern, kann eine gute Taktik dazu führen, nur durch Zufall überführt werden zu können. Unter anderem die Georgische Banden haben sich darauf spezialisiert und nutzen zu Verschleierung ihrer Taten auch das Asylrecht.

Der Zyniker würde sagen:  So ist das halt, – die Kriminellen nutzen „Erfassungslücken“, bevor die Polizei diese mühsam schließen kann. Aber auch dieses Thema übt erheblichen Druck auf unsere offenen Grenzen aus und hat damit auch eine europapolitische Dimension.  DAS ERSTE hat zur administrativen Hilflosigkeit eine desillusionierende Dokumentation gedreht, die noch im Netz verfügbar ist. Empfehlenswert, aber es geht einem danach natürlich nicht besser …

Liebe Nachbarn, – welche Erfahrungen habt ihr gemacht ? Kann das Parkring-Netzwerk helfen, aufmerksamer zu beobachten bzw. einen „Nachbarschaftsschutz“ zu aktivieren ? Oder geht es um übertriebene Ängste einer zunehmend verängstigten Bevölkerung ?

P.S. Empfehlen möchte ich noch einen Cicero-Kommentar zum „Wort des Jahres“: „Postfaktisch“ ist ein wenig dienlicher Begriff, – habt Ihr vermutlich auch schon geahnt ; -)

Musik zum Volkstrauertag in der Rundkirche

Am Sonntag, den 13.11.2016 haben der Lichtenrader Männerchor und der Kammerchor der Leo Kestenberg Musikschule wieder ein Konzert in der Rundkirche gegeben. Bereits zum dritten Mal, immer am Volkstrauertag werden, dem Anlass entsprechend, ernste Stücke von Brahms, Bruckner, Sheppard, Sibelius u. a. geboten. Wir haben damit eine kleine Tradition begründet, die als ein musikalisches Highlight in Neutempelhof weitergeführt wird. Den Zuhöreren hat es sehr gut gefallen. Neben den Einzelleistungen haben die Chöre auch vielstimmig zusammen gesungen. Schwerste Kost war sicherlich das „In pace in Idipsum“ von John Sheppard. Hier laufen die verschiedenen selbständigen Klanglinien der einzelnen Stimmen auf ein harmonisches Finale zu.

Im nächsten Jahr fällt der Volkstrauertag auf den 19.11.2017, dann werden wir wieder ein hoffentlich zahlreicheres Publikum mit unserer Musik erfreuen.

Unser Dank geht an die Kirchengemeinde, die uns diese Konzerte in der Rundkirche ermöglicht.

Dieter Rau
Vorstand
Lichtenrader Männerchor

Güter-Innenring fehlt Nachfrage

Seit Jahren baut die Deutsche Bahn an der Reaktivierung des sogenannten Güter-Innenrings, einer Bahnlinie aus der Vorkriegszeit, die von Charlottenburg bis Neukölln unmittelbar parallel zum südlichen S-Bahn-Ring verläuft. Viele Anwohner in Neu-Tempelhof, z.B. in der Hoeppnerstraße, wären von massivem Lärm betroffen, wenn diese Bahnstrecke in Betrieb ginge, zumal es sich um eine Linie für Güterzüge mit Dieselloks handelt – eine Oberleitung fehlt. Lärmschutzmaßnahmen gibt es nicht weil es sich damit formal um eine Wieder-Inbetriebnahme handelt. Der “Tagesspiegel” meldet nun am 17.10.2016, dass die Strecke mittlerweile am 27. Mai formal in Betrieb genommen wurde, für Zugverkehr aber die Nachfrage fehle. Die Linie kostete nach Tagesspiegel-Angabe 13 Mio. Euro. Örtlicher Verkehr ist hier nicht zu erwarten (zumal fast alle Berliner Güterbahnhöfe geschlossen wurden), eher Güter-Fernverkehr, der diese Verbindung nimmt weil der Außenring überlastet ist. Eine absurde Situation: Güter-Fernverkehr zum Beispiel von der Küste nach Tschechien mit Dieselloks – mitten durch Berlin. Bleibt nun abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und wieweit Anwohner belastet werden.

kritz

Sankt Martin in Neu-Tempelhof

Bereits im zehnten Jahr richtete der Parkring e.V. am 11. November in Kooperation mit den Kirchengemeinden und dem Pfadfinderstamm der Hunnen wieder den großen Neu-Tempelhofer Sankt-Martins-Umzug aus. Es zogen rund 500 Kinder und Eltern mit phantasievoll gebastelten wunderschönen Laternen durch den Kiez. Beginn war um 17 Uhr in der Rundkirche mit Singen und Schauspiel.  Von dort ging es mit Sankt Martin hoch zu Ross und musikalischer Begleitung durch die Straßen des Kiezes, vorbei auch an der Kinderklinik des St-Josef-Krankenhauses, zur Freude der kleinen Patienten. Abschluss war dann unter der Parkringbrücke am Plantscher mit Glühsaft und Hörnchen, die es – ganz nach dem Vorbild Sankt Martins – zu teilen galt.

kritz