Güter-Innenring fehlt Nachfrage

Seit Jahren baut die Deutsche Bahn an der Reaktivierung des sogenannten Güter-Innenrings, einer Bahnlinie aus der Vorkriegszeit, die von Charlottenburg bis Neukölln unmittelbar parallel zum südlichen S-Bahn-Ring verläuft. Viele Anwohner in Neu-Tempelhof, z.B. in der Hoeppnerstraße, wären von massivem Lärm betroffen, wenn diese Bahnstrecke in Betrieb ginge, zumal es sich um eine Linie für Güterzüge mit Dieselloks handelt – eine Oberleitung fehlt. Lärmschutzmaßnahmen gibt es nicht weil es sich damit formal um eine Wieder-Inbetriebnahme handelt. Der „Tagesspiegel“ meldet nun am 17.10.2016, dass die Strecke mittlerweile am 27. Mai formal in Betrieb genommen wurde, für Zugverkehr aber die Nachfrage fehle. Die Linie kostete nach Tagesspiegel-Angabe 13 Mio. Euro. Örtlicher Verkehr ist hier nicht zu erwarten (zumal fast alle Berliner Güterbahnhöfe geschlossen wurden), eher Güter-Fernverkehr, der diese Verbindung nimmt weil der Außenring überlastet ist. Eine absurde Situation: Güter-Fernverkehr zum Beispiel von der Küste nach Tschechien mit Dieselloks – mitten durch Berlin. Bleibt nun abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und wieweit Anwohner belastet werden.

kritz